Präsidentin Ulrike Noske stößt mit Moderator Jörg Augenstein zur Eröffnung des 1. Pforzheimer Kulturpicknick an.

Kulturschaffende sind durch die COVID-19-Pandemie und den daraus resultierenden Einschränkungen besonders betroffen. Allen voran selbständige Künstler, denen Engagements von heute auf morgen weggebrochen sind. Es ist aber nicht nur der finanzielle Aspekt, es ist auch der Mangel an Ausdrucksmöglichkeit, die Untätigkeit und das fehlende Feedback vom Publikum, das den Künstlern zu schaffen macht. Die Zielgruppe war somit relativ schnell identifiziert, die mit der neuen Activity unterstützt werden sollte, doch die Herausforderung lag - wie so oft - in der Organisation. Denn eins war klar: Diese Activity musste flexibel angelegt sein, um auf nicht planbare „Launen“ der Pandemie entsprechend spontan reagieren zu können. Corona-konform musste sie ebenfalls sein, also soziale Distanz von mindestens 1,5 m musste gewährleistet sein und ebenso Luftaustausch und ausreichend Fläche für Künstler und „Bühne“. Bei all den Variablen war das Wetter in den Wochen der Planung mit einer 50/50 Chance zwischen gut und schlecht noch die planbarste Komponente.

Clubmaster Axel Bäuerle stellte den Mitgliedern seine ebenso faszinierende wie simple Idee des Kultur-Picknicks auf einem öffentlichen Platz in der Innenstadt vor, die das bestechende Konzept auch umgehend intensiv diskutierten und die Realisation beschlossen. Durch Axel Bäuerles engen Kontakt zu Künstlern vor Ort, zum Kulturamt der Stadt Pforzheim und sein eigenes kulturelles Interesse waren Kontakte zu entsprechenden Künstlern schnell hergestellt, ein breit gefächertes Programm aus musikalischen und schauspielerischen Highlights zusammengestellt und mit viel Engagement auch eine Lokalität im Zentrum der Stadt gefunden. Dass nun lediglich das Wetter noch einen Strich durch die Rechnung machen konnte, wurde kurzerhand mit der Option der Verschiebung der Veranstaltung auf das folgende Wochenende gekontert.

Erfolgreich – und zwar auf ganzer Linie. Denn obwohl kurzfristig anberaumt fanden sich über 80 Gäste bei allerbestem Spätsommerwetter am Sonntagvormittag auf der Wiese des Lindenplatzes bei der Stadtkirche in Pforzheim ein, packten ihre Picknick-Körbe aus, bauten Tischchen und Stühlchen auf und prosteten sich bestens gelaunt zu. Zu diesem Erfolg hat sicherlich auch die großzügige Unterstützung der Pforzheimer Zeitung durch großflächige Vor- und Nachberichterstattung beigetragen. Nach vier Stunden waren aus Eintrittsgebühr, Spenden und Einnahmen einer Verlosung stolze 2.300 € zusammengekommen, die für die Gage der auftretenden Künstler sowie die Unterstützung des Projektes „Pop-up-Kultur“ der Stadt Pforzheim aufgeteilt wurden.

Ende September übereichte Axel Bäuerle und sein Team um Präsidentin Ulrike Noske dem Kulturamt ganz bewusst einen „Sack voll Geld“, um den üblichen Spendencheck zu umgehen. Das Projekt „Pop-up-Kultur“ wurde eigens von der Stadt Pforzheim aus der Taufe gehoben, um Künstler finanziell zu unterstützen, die öffentliche Plätze in Pforzheim mit ihrem Spiel kulturell bereichern. Nach diesem großartigen Erfolg steht eigentlich schon fest, dass dieses Event quasi nach Wiederholung schreit. So ist z.B. angedacht, das Kultur-Picknick im jährlichen Wechsel zum „Diner-en-blanc“ stattfinden zu lassen – oder vielleicht sogar: sowohl als auch?

Schömberg ist um eine weitere Kindernotinsel reicher. Seit Freitag glänzt die Plakette der „Notinsel“ an den Räumlichkeiten des Vereins „Menschen helfen Menschen“ (MhM) in der Lindenstraße. „Für uns ist es selbstverständlich, dass wir uns daran beteiligen“, freut sich Esther Wortmann von MhM. Die Plakette signalisiert, dass sich Kinder in Notsituationen in den Räumlichkeiten sicherfühlen können. „Es ist lobenswert und zugleich wichtig, dass sich immer mehr Läden, Verwaltungen und Einrichtungen daran beteiligen“, so Thomas Müller vom Lions Club Pforzheim Johannes Reuchlin.

Seit Jahren unterstützt der Lions Club das Projekt der Stiftung Hänsel und Gretel. Bereits in 241 Kommunen und an rund 19.000 Einrichtungen prangt das Notinsel-Symbol an der Tür. „Die Resonanz ist groß“, erläutert Müller. Zwar handelt es sich meist um weniger schwerwiegende Fälle, wie das Vergessen des Hausschlüssels oder Handys aber durchaus kommen die Kinder mit Klagen über Mobbing oder Gewalt in die Anlaufstationen. In den Räumlichkeiten von MhM sind sich die Verantwortlichen über die Zunahme von Mobbing bewusst. „Leider gibt es in Schömberg immer wieder solche Fälle“, so Rosario Moser von MhM. Bereits seit längerem hat sich der Verein um die „Notinsel-Plakette“ bemüht. Mit dem Umzug in die neuen Räumlichkeiten in die Lindenstraße wurden nun optimale Bedingungen geschaffen. „Die offenen Räumlichkeiten des Vereins mit ihrem einfachen Zugang sind ein Musterbeispiel für Notinseln“, erklärt Müller.

In Schömberg ist dies die dritte derartige Anlaufstation. Müller und die Verantwortlichen von MhM hoffen, dass sich noch mehr Einrichtungen in der Glücksgemeinde beteiligen. Laut Wortmann hat es bereits Gespräche mit den Kindergärten und der Schule gegeben, damit die Kinder über die Möglichkeit Bescheid wissen. „Selbst bei nur kleinen Problemen ist es unabdingbar, dass das Wohl des Kindes Priorität hat“, stellt Müller klar. Deshalb ist es notwendig, den Kindern das Gefühl von Sicherheit zu geben und es zu beruhigen.

Auch wenn Müller den Mitarbeitern des MhM wertvolle Empfehlungen ans Herz legte, so machte er keinen Hehl daraus, dass bei ernsthaften Problemen ein Anruf bei der Polizei notwendig ist. Für den Verein ist die „Notinsel“ ein weiteres Puzzlestück in seinem sozialen Engagement.

Text: Stefan Meister

Spendenübergabe an „Menschen in Not“

Ursprünglich war der erste „Johannes Reuchlin Cup“ des gleichnamigen Pforzheimer Lions Clubs als Eisstockschießen im Jahr 2015 auf der Eisbahn auf dem Marktplatz im Pforzheim geplant. Aufgrund von Unwetterwarnungen erwies sich das im letzten Jahr kurzerhand aus der Taufe gehobene Ersatzprogramm „Wettkampf-Nageln“ im Festzelt von Goldi‘s Stadl jedoch als so spannend und stimmungsgeladen, dass keiner der Gäste traurig war über das nicht stattfindende Event auf dem Eis.

Bei der zwischenzeitig fünften Auflage des Johannes Reuchlin Cups traten am Freitag, den 15.11.2019, insgesamt 38 Teams mit insgesamt 164 Spielern zum Wettnageln an. Es galt in jeweils zwei Minuten je Durchgang im Ausscheidungsverfahren so viele Nägel wie möglich in die bereit gestellten Holzstämme einzuschlagen. Für Spielerteams wie Gäste gleichermaßen eine Riesengaudi.

Mit 250 Gästen und Teilnehmern stellte sich schnell eine spannungsgeladene Atmosphäre im exklusiv reservierten Goldi‘s Stadl ein. Eine straffe Organisation der Wettkämpfe, mitreißende Moderation und gemütliche Stimmung im Zelt bei leckerem 3-Gänge-Menü ließ die fünf Stunden bis zur Siegerehrung gegen 22.15 Uhr im Fluge vergehen.

„Ich freue mich riesig, dass wir mit diesem Event mit 14.000 € erneut ein so tolles Ergebnis erzielen konnten mit dem wir viel Gutes tun können. Vielen, vielen Dank an die Teilnehmer, Gäste und das ganze Organisationsteam für Ihren Beitrag zum Gelingen dieser großartigen Veranstaltung“, so der aktuelle Präsident Dr. Kai Weinmann im Anschluss an die Veranstaltung.

Siegerehrung: 1. Gwinner, 2. Wirtschaftsjunioren NSW II, 3. Fitness Warriors

7.000 € werden an einen Kindergarten in Pforzheim gehen, 3.500 € wurden noch am Abend an Magnus Schlecht als Vertreter von „Menschen in Not e.V.“ übergeben. Die restlichen 3.500 € wird der Club auf seine eigenen laufenden Projekte verwenden. Zu diesen gehören:

  • Finanzierung einer Teilnahme von vier Lehrern an der Seminarreihe LIONS Quest
  • Unterstützung des Stadtjugendring-Projekt „Lindelbrunn“
  • Spende an den Spendenmarathon „Lichtblicke“ mit RTL
  • Schulprojekt „BiSa“ (Bürger in Schulen aktiv) für die individuelle Nachhilfe an Pforzheimer Grundschulen

Diese Spendensumme setzte sich zusammen aus Startgebühren der Teilnehmer, Sponsorengeldern, direkten Spenden und spielgebundenen Wetteinsätzen. So lobte z.B. das eine oder andere Team eine Prämie je eingeschlagenen Nagel seines Teams in Höhe von 1, 2, 5 bis hin zu sensationellen 50 € je Nagel aus.

Gesamtsieger des fünften Johannes Reuchlin Cups wurde das Team „Gwinner“. Der zweite Platz ging an das Team „Wirtschaftsjunioren Nordschwarzwald II“, das sich im Finale mit 51 zu 43 Nägel dem Siegerteam geschlagenen geben musste. Auf den 3. Platz gelangte dieses Jahr das Team „Fitness Warriors“, das das Team „Schwarzwälder Hammerschläger“ auf den undankbaren 4. Platz verweisen konnte. Hier die gesamten Ergebnisse.

Insgesamt wurden an diesem Abend 8.665 Nägel in den Stämmen versenkt, eine deutliche Steigerung gegenüber den 7.300 Nägeln vom vergangenen Jahr.

Gisela Erler, ehrenamtliche Staatsrätin für Bürgerbeteiligung und Zivilgesellschaft im Staatsministerium Baden-Württemberg

Zum Thema „Gesellschaft im Wandel“ hatten sich am 30. September im Parkhotel Pforzheim rund 80 Mitglieder der drei Pforzheimer Clubs zum ersten gemeinsamen Clubabend eingefunden.

Roland Härdtner, Präsident des gastgebenden LC Pforzheim-Enz, hob hervor, Ziel sei nicht nur ein besseres Kennenlernen der Mitgllieder untereinander, sondern auch eine bessere Vernetzung für gemeinsame Activities und ein „nachhaltiges“ Zusammenrücken der Clubs durch weitere Veranstaltungen. Er und die Präsidenten Dietmar Mayer (LC Pforzheim) und Kai Weinmann (LC Pforzheim Johannes Reuchlin) begrüßten die „Lionsfamilie“ und gaben ihrer Freude über die große Teilnehmerzahl Ausdruck.

Als Referentin zu Gast war Gisela Erler, ehrenamtliche Staatsrätin für Bürgerbeteiligung und Zivilgesellschaft im Staatsministerium Baden-Württemberg. Sie sprach mit viel Engagement, Witz und zahlreichen konkreten Beispielen zum Thema „Bürgerbeteiligung für Kommunen, Land und Europa“. „Mitreden, Mitgestalten und Mitentscheiden“ sei das Motto von Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg. Ziel sei es, die Bürger so früh wie möglich zu beteiligen und „die Demokratie zu beflügeln“.

Die „Karriere des Zufallsbürgers“ erläuterte Gisela Erler anhand der erstmaligen Auswahl von zufällig ausgewählten Teilnehmern beim Filder-Dialog zu Stuttgart 21. Sie habe den Anteil von Frauen, Jugendlichen und Migranten (den „stillen“ Gruppen) erhöht und dazu geführt, dass Menschen sich aufeinander zubewegt hätten und dass Meinungen sich im Verlauf des Prozesses geändert hätten. Als erfolgreiches Pforzheimer Beispiel führte sie die „Nachbarschaftsgespräche“ nach dem großen Zuzug von Migranten an.

In der anschließenden kurzen Fragerunde berichtete Gisela Erler - Tochter des Politikers Fritz Erler und der Gemeinderätin Käthe Erler - sehr persönlich aus ihrer Schul- und Jugendzeit in der Goldstadt. Auf den Dank aus dem Gästekreis für ihren „sehr unterhaltsamen und aufweckenden Vortrag“ meinte sie nur: „Ich mache das Amt halt mit Leidenschaft“.

Die Pforzheimer Presse hatte die Einladung zum Clubabend angenommen und berichtete ausführlich über die Veranstaltung.