Dankeschön per Dambedei

Das vor allem bei Kindern so beliebte große Verteilen von Dambedeis bei der Eröffnung des Goldenen Weihnachtsmarkts fällt in diesem Jahr wegen der Pandemie leider flach. Doch die Weckmänner sollen trotzdem eine große Rolle spielen. Dafür sorgt der Lions Club Pforzheim Johannes Reuchlin, der am Dienstag vor dem Klinikum Siloah St. Trudpert den Startschuss für eine außergewöhnliche Aktion gegeben hat. Bürger sollen Bürgern zu Nikolaus danken können – eben mit Dambedeis.

„Es gibt so viele Menschen, denen man mal Danke sagen möchte“, weiß der für die Lions so rührige Malermeister Axel Bäuerle. An diesem Dienstag ging dessen Vater Robert Bäuerle mit gutem Beispiel voran und übergaben dem Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin am Siloah, Tushira Weerawarna, und dessen Team zwei überdimensionale Dambedei. Er und sein Sohn Axel Bäuerle brachten so ihre große Dankbarkeit für die „liebevolle Betreuung in den letzten Lebenstagen“ ihrer jüngst verstorbenen Ehefrau und Mutter Ruth Bäuerle zum Ausdruck.

Solche Gesten soll es am Nikolaustag, 6. Dezember, dann – mit Dambedeis in üblicher Größe – in Serie geben. Die Lions bieten Bürgern die Möglichkeit, bei ihnen unter Angabe der Adresse eines Empfängers ein Paket mit 15 Dambedeis (50 Euro) oder 25 Weckmännern (75 Euro) zu ordern, die Clubmitglieder an jenem Tag samt persönlichem Dankesschreiben ausliefern. Wer möchte, kann für zusätzlich je zwei Euro einen Kalender mit den schönsten Motiven des Friedensplakatwettbewerbs (die PZ berichtete) beilegen lassen. Der Erlös aus dem Verkauf der Dambedeis, die von den lokalen Bäckereien Wiskandt und Bender gebacken werden, wollen die Lions an die PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“ spenden.

Mögliche Adressaten und gute Gründe für ein solches Dankeschön per Dambedei gebe es viele, so Axel Bäuerle, etwa die Hausarztpraxis für die jahrelange Betreuung, den Pflegedienst fürs aufopferungsvolle Kümmern, das Kitateam oder das Lehrerkollegium fürs gemeinsame Durchhalten und Lernen mit dem Kind oder dem Enkel in den harten Phasen der Pandemie. Natürlich könnten auch Unternehmen den überaus fordernden Einsatz ihrer Mitarbeiter in der Corona-Zeit würdigen – und dabei auch noch Gutes tun.

Autor: Claudius Erb, Pforzheimer Zeitung

Kulturpicknick zugunsten Kulturschaffenden

Präsidentin Ulrike Noske stößt mit Moderator Jörg Augenstein zur Eröffnung des 1. Pforzheimer Kulturpicknick an.

Kulturschaffende sind durch die COVID-19-Pandemie und den daraus resultierenden Einschränkungen besonders betroffen. Allen voran selbständige Künstler, denen Engagements von heute auf morgen weggebrochen sind. Es ist aber nicht nur der finanzielle Aspekt, es ist auch der Mangel an Ausdrucksmöglichkeit, die Untätigkeit und das fehlende Feedback vom Publikum, das den Künstlern zu schaffen macht. Die Zielgruppe war somit relativ schnell identifiziert, die mit der neuen Activity unterstützt werden sollte, doch die Herausforderung lag - wie so oft - in der Organisation. Denn eins war klar: Diese Activity musste flexibel angelegt sein, um auf nicht planbare „Launen“ der Pandemie entsprechend spontan reagieren zu können. Corona-konform musste sie ebenfalls sein, also soziale Distanz von mindestens 1,5 m musste gewährleistet sein und ebenso Luftaustausch und ausreichend Fläche für Künstler und „Bühne“. Bei all den Variablen war das Wetter in den Wochen der Planung mit einer 50/50 Chance zwischen gut und schlecht noch die planbarste Komponente.

Clubmaster Axel Bäuerle stellte den Mitgliedern seine ebenso faszinierende wie simple Idee des Kultur-Picknicks auf einem öffentlichen Platz in der Innenstadt vor, die das bestechende Konzept auch umgehend intensiv diskutierten und die Realisation beschlossen. Durch Axel Bäuerles engen Kontakt zu Künstlern vor Ort, zum Kulturamt der Stadt Pforzheim und sein eigenes kulturelles Interesse waren Kontakte zu entsprechenden Künstlern schnell hergestellt, ein breit gefächertes Programm aus musikalischen und schauspielerischen Highlights zusammengestellt und mit viel Engagement auch eine Lokalität im Zentrum der Stadt gefunden. Dass nun lediglich das Wetter noch einen Strich durch die Rechnung machen konnte, wurde kurzerhand mit der Option der Verschiebung der Veranstaltung auf das folgende Wochenende gekontert.

Erfolgreich – und zwar auf ganzer Linie. Denn obwohl kurzfristig anberaumt fanden sich über 80 Gäste bei allerbestem Spätsommerwetter am Sonntagvormittag auf der Wiese des Lindenplatzes bei der Stadtkirche in Pforzheim ein, packten ihre Picknick-Körbe aus, bauten Tischchen und Stühlchen auf und prosteten sich bestens gelaunt zu. Zu diesem Erfolg hat sicherlich auch die großzügige Unterstützung der Pforzheimer Zeitung durch großflächige Vor- und Nachberichterstattung beigetragen. Nach vier Stunden waren aus Eintrittsgebühr, Spenden und Einnahmen einer Verlosung stolze 2.300 € zusammengekommen, die für die Gage der auftretenden Künstler sowie die Unterstützung des Projektes „Pop-up-Kultur“ der Stadt Pforzheim aufgeteilt wurden.

Ende September übereichte Axel Bäuerle und sein Team um Präsidentin Ulrike Noske dem Kulturamt ganz bewusst einen „Sack voll Geld“, um den üblichen Spendencheck zu umgehen. Das Projekt „Pop-up-Kultur“ wurde eigens von der Stadt Pforzheim aus der Taufe gehoben, um Künstler finanziell zu unterstützen, die öffentliche Plätze in Pforzheim mit ihrem Spiel kulturell bereichern. Nach diesem großartigen Erfolg steht eigentlich schon fest, dass dieses Event quasi nach Wiederholung schreit. So ist z.B. angedacht, das Kultur-Picknick im jährlichen Wechsel zum „Diner-en-blanc“ stattfinden zu lassen – oder vielleicht sogar: sowohl als auch?

Glasperle „Aquaria“ spendet Wasser dank „Diner en blanc“

Trinkwasserbrunnen „Aquaria“

„Wasser ist Leben“ war die Inspiration der Glaskünstlerin und Lionsfreundin Iris Henkenhaf-Stark als sie den Trinkwasser­brunnen „Aquaria - die Glasperle“ schuf und sich bei der Einweihung in der Fußgängerzone Pforzheims mit einem Schluck glasklaren Wassers erfrischte. „Wir sind um eine Perle reicher“, spielte Oberbürgermeister Peter Boch auf die Tradition der Schmuckindustrie in seiner Stadt an, denn die Künstlerin hatte die Edelmetalle Gold und Silber in Parsol-Glas eingelassen, die Teile in einen Edelstahlrahmen eingefasst und war mit ihrer Kreation als Siegerin aus dem Wettbewerb hervorgegangen.

Alles hatte mit dem 4. Diner en blanc begonnen, das der Lions Club Remchingen-Pfinztal 2018 erstmals gemeinsam mit dem Lions Club Pforzheim Johannes Reuchlin in der Goldstadt veranstaltete. Nachdem Herbert Müller (LC Remchingen-Pfinztal) Jahre zuvor ein spontanes „Picknick“ mitten in Paris mit weiß gekleideten Gästen erlebt hatte, organisierte sein Club drei sehr erfolgreiche Diners mit jeweils über 300 begeisterten Gästen und Einnahmen von insgesamt 60.000 €, mit denen Hospizeinrichtungen und Menschen in Not unterstützt wurden. 2018 schrieb die Stadt Pforzheim erstmals einen Wettbewerb für Kunst im öffentlichen Raum für eine Skulptur mit integriertem Trinkwasserelement aus. Diese Idee stammte von Axel Bäuerle (LC Pforzheim Johannes Reuchlin) und so nahm Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler beim 4. Diner en blanc dankbar einen Scheck über 13.000 € als Anschubfinanzierung entgegen.

Am öffentlich ausgeschriebenen Wettbewerb beteiligten sich acht namhafte Künstler der Region, denn es galt für die neu gestaltete Fußgängerzone in Pforzheim das „i-Tüpfelchen“ zu kreieren - eine hochwertige Skulptur, die sich in eine vorhandene Umgebung einfügt. Laut Vorgaben sollte der Brunnen mitten in der Stadt stehen, an der Kreuzung der Nord-Süd-Achse und West-Ost-Achse, nahe bei den Flüssen der Dreitälerstadt am Rand des Nordschwarzwaldes. Einstimmig fiel das Votum der Jury zu Gunsten von Iris Henkenhaf-Stark (LC Remchingen-Pfinztal) aus, die als Designerin mit einem Glasentwurf überzeugte.

Jetzt begann die praktische Ausführung ihrer künstlerischen Ideen. Bei der Glasmalerei Peters in Paderborn gestaltete die Designerin vier gerundete, grünliche Glaselemente, in die sie teilweise mit Airbrush-Technik goldfarbene Ornamente und Feinsilberplättchen einarbeitete, und die anschließend thermisch gehärtet wurden, um die Skulptur vor Witterungseinflüssen zu schützen. Als nur noch der Edelstahlrahmen fehlte, lehnte das Gesundheitsamt die Konstruktion wegen Mängeln nach der Trinkwasserverordnung ab. Doch nun konnte die Künstlerin auf Grund ihrer zusätzlichen Ausbildung als Maschinenbauerin ihr technisches Wissen einsetzen. Gemeinsam mit der Firma Faas Edelstahl aus Keltern entwickelte sie kreative Konstruktionsideen und es gelang ihnen den 350 kg schweren Rahmen zu gestalten. Jeweils zwei Edelstahlbögen verbinden die Glaselemente zu einem Kreis, wobei sich an den oberen Rahmen die vier Düsen für den Wasserlauf befinden.

Ende Juli fand die Einweihung des etwa 80.000 € teuren und 1,10 Meter hohen Trinkwasser­brunnens in der Fußgängerzone durch Oberbürgermeister Peter Boch und Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler statt. Im Beisein zahlreicher Lions beider Clubs hieß es „Aquaria fließt“ und Iris Henkenhaft-Stark betonte: „Ich wollte Wasser in allen Varianten darstellen, mit seiner Kraft, aber auch mit seiner Leichtigkeit. Die vitalisierende Energie soll in den bestehenden Raum zurückfließen.“ Mit den eingearbeiteten Silberfäden ist es ihr gelungen das Fließende des Wassers mit dem starren, kalten Material Glas in Einklang zu bringen. „Wasser ist Leben“ und es wird dank des Trinkwasserbrunnens sowohl Besuchern als auch Bewohnern der Stadt Pforzheim beim Durstlöschen helfen.

Verein „Menschen helfen Menschen“ jetzt offiziell Notinsel

Schömberg ist um eine weitere Kindernotinsel reicher. Seit Freitag glänzt die Plakette der „Notinsel“ an den Räumlichkeiten des Vereins „Menschen helfen Menschen“ (MhM) in der Lindenstraße. „Für uns ist es selbstverständlich, dass wir uns daran beteiligen“, freut sich Esther Wortmann von MhM. Die Plakette signalisiert, dass sich Kinder in Notsituationen in den Räumlichkeiten sicherfühlen können. „Es ist lobenswert und zugleich wichtig, dass sich immer mehr Läden, Verwaltungen und Einrichtungen daran beteiligen“, so Thomas Müller vom Lions Club Pforzheim Johannes Reuchlin.

Seit Jahren unterstützt der Lions Club das Projekt der Stiftung Hänsel und Gretel. Bereits in 241 Kommunen und an rund 19.000 Einrichtungen prangt das Notinsel-Symbol an der Tür. „Die Resonanz ist groß“, erläutert Müller. Zwar handelt es sich meist um weniger schwerwiegende Fälle, wie das Vergessen des Hausschlüssels oder Handys aber durchaus kommen die Kinder mit Klagen über Mobbing oder Gewalt in die Anlaufstationen. In den Räumlichkeiten von MhM sind sich die Verantwortlichen über die Zunahme von Mobbing bewusst. „Leider gibt es in Schömberg immer wieder solche Fälle“, so Rosario Moser von MhM. Bereits seit längerem hat sich der Verein um die „Notinsel-Plakette“ bemüht. Mit dem Umzug in die neuen Räumlichkeiten in die Lindenstraße wurden nun optimale Bedingungen geschaffen. „Die offenen Räumlichkeiten des Vereins mit ihrem einfachen Zugang sind ein Musterbeispiel für Notinseln“, erklärt Müller.

In Schömberg ist dies die dritte derartige Anlaufstation. Müller und die Verantwortlichen von MhM hoffen, dass sich noch mehr Einrichtungen in der Glücksgemeinde beteiligen. Laut Wortmann hat es bereits Gespräche mit den Kindergärten und der Schule gegeben, damit die Kinder über die Möglichkeit Bescheid wissen. „Selbst bei nur kleinen Problemen ist es unabdingbar, dass das Wohl des Kindes Priorität hat“, stellt Müller klar. Deshalb ist es notwendig, den Kindern das Gefühl von Sicherheit zu geben und es zu beruhigen.

Auch wenn Müller den Mitarbeitern des MhM wertvolle Empfehlungen ans Herz legte, so machte er keinen Hehl daraus, dass bei ernsthaften Problemen ein Anruf bei der Polizei notwendig ist. Für den Verein ist die „Notinsel“ ein weiteres Puzzlestück in seinem sozialen Engagement.

Text: Stefan Meister

5. Johannes Reuchlin Cup erzielt 14.000 € Spendengelder

Spendenübergabe an „Menschen in Not“

Ursprünglich war der erste „Johannes Reuchlin Cup“ des gleichnamigen Pforzheimer Lions Clubs als Eisstockschießen im Jahr 2015 auf der Eisbahn auf dem Marktplatz im Pforzheim geplant. Aufgrund von Unwetterwarnungen erwies sich das im letzten Jahr kurzerhand aus der Taufe gehobene Ersatzprogramm „Wettkampf-Nageln“ im Festzelt von Goldi‘s Stadl jedoch als so spannend und stimmungsgeladen, dass keiner der Gäste traurig war über das nicht stattfindende Event auf dem Eis.

Bei der zwischenzeitig fünften Auflage des Johannes Reuchlin Cups traten am Freitag, den 15.11.2019, insgesamt 38 Teams mit insgesamt 164 Spielern zum Wettnageln an. Es galt in jeweils zwei Minuten je Durchgang im Ausscheidungsverfahren so viele Nägel wie möglich in die bereit gestellten Holzstämme einzuschlagen. Für Spielerteams wie Gäste gleichermaßen eine Riesengaudi.

Mit 250 Gästen und Teilnehmern stellte sich schnell eine spannungsgeladene Atmosphäre im exklusiv reservierten Goldi‘s Stadl ein. Eine straffe Organisation der Wettkämpfe, mitreißende Moderation und gemütliche Stimmung im Zelt bei leckerem 3-Gänge-Menü ließ die fünf Stunden bis zur Siegerehrung gegen 22.15 Uhr im Fluge vergehen.

„Ich freue mich riesig, dass wir mit diesem Event mit 14.000 € erneut ein so tolles Ergebnis erzielen konnten mit dem wir viel Gutes tun können. Vielen, vielen Dank an die Teilnehmer, Gäste und das ganze Organisationsteam für Ihren Beitrag zum Gelingen dieser großartigen Veranstaltung“, so der aktuelle Präsident Dr. Kai Weinmann im Anschluss an die Veranstaltung.

Siegerehrung: 1. Gwinner, 2. Wirtschaftsjunioren NSW II, 3. Fitness Warriors

7.000 € werden an einen Kindergarten in Pforzheim gehen, 3.500 € wurden noch am Abend an Magnus Schlecht als Vertreter von „Menschen in Not e.V.“ übergeben. Die restlichen 3.500 € wird der Club auf seine eigenen laufenden Projekte verwenden. Zu diesen gehören:

  • Finanzierung einer Teilnahme von vier Lehrern an der Seminarreihe LIONS Quest
  • Unterstützung des Stadtjugendring-Projekt „Lindelbrunn“
  • Spende an den Spendenmarathon „Lichtblicke“ mit RTL
  • Schulprojekt „BiSa“ (Bürger in Schulen aktiv) für die individuelle Nachhilfe an Pforzheimer Grundschulen

Diese Spendensumme setzte sich zusammen aus Startgebühren der Teilnehmer, Sponsorengeldern, direkten Spenden und spielgebundenen Wetteinsätzen. So lobte z.B. das eine oder andere Team eine Prämie je eingeschlagenen Nagel seines Teams in Höhe von 1, 2, 5 bis hin zu sensationellen 50 € je Nagel aus.

Gesamtsieger des fünften Johannes Reuchlin Cups wurde das Team „Gwinner“. Der zweite Platz ging an das Team „Wirtschaftsjunioren Nordschwarzwald II“, das sich im Finale mit 51 zu 43 Nägel dem Siegerteam geschlagenen geben musste. Auf den 3. Platz gelangte dieses Jahr das Team „Fitness Warriors“, das das Team „Schwarzwälder Hammerschläger“ auf den undankbaren 4. Platz verweisen konnte. Hier die gesamten Ergebnisse.

Insgesamt wurden an diesem Abend 8.665 Nägel in den Stämmen versenkt, eine deutliche Steigerung gegenüber den 7.300 Nägeln vom vergangenen Jahr.